Samstag, März 16, 2013

das ist jetzt fast 12 jahre her

NOTIZBUCH 10/VI/01 - 25/XII/01

gespräch zwischen zwei theaterstücken:
-naja, man wird ja auch nicht jünger
- ich hab's ja immer schon gesagt: augenblick, du bist so schön
etc.

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sie lagen also auf dem Sofa im Café Möbel: und suchten Worte mit 'M' (Mich Miebe Mich). Eine Stunde. Dann sagte sie: 'jetzt will ich unbedingt mit dir schlafen.' Er strahlt. Verbalerotik.
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wir telefonieren, und der einzige Grund, daß das Telefonat kein Ende findet, ist, daß wir die Phrase nicht finden, uns  der Zukunft zu versichern: Ciao? Bis bald? Ich liebe Dich?
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'Wann treffen wir uns?' 'Sag, wann du Zeit hast - ich hab ja Zeit.'
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In ihrem gnadenlosen anerkennen der Realität zittert er, weil er sich nicht vorstellen kann, daß 'das' gut geht (I.:  Männer haben immer viel spießigere Vorstellungen von Beziehung), daß es ihr darin gutgeht, bzw.: was will er denn, will  er das überhaupt (Realisation vs. Imagination einer 'glücklichen Verliebtheit')
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ALLE ARTEN VON VITAMINEN

Mal wieder eine Zigarette zu Ende rauchen.
Den Café nicht stürzen, den Whiskey nicht.
Nicht zur Ablenkung lesen.
Etwas notieren, für später vielleicht.
Eine Umarmung. Überhaupt: riechen.
Sich prügeln, sich küssen, jedenfalls: die Haltung verlieren.
Den Kopf gegen eine Wand lehnen.
So in den Augen herumdrücken.
Nicht grinsen, lächeln.
Unaufgeregt 'Alles wird gut'. Oder Tränen.
Oder warm angezogen sein und es merken.
Ein Frühstücksei essen.
Sinnlosigkeiten wie ein Spaziergang zu zweit.
Sich erschrecken, ohne Angst.
Ach sagen.
Musik hören: Schumann, Hip-Hop.
Zeitungen lesen.
Nichts mehr 'um' tuen.
Ins Kino gehen.
Stille, nicht schweigen.
Weg sein. Da sein.
Zu atmen
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... zum Beispiel einen Kaffee zu trinken. ich komme zu dir, und wir trinken einen Kaffe zusammen. den könnte ich sogar mitbringen (nur wäre er dann
kalt)...
heute zwischen 17.30-19 uhr
oder morgen zwischen 18 uhr und
oder freitag zwischen 13 und 15 uhr
oder samstag nachmittag
oder montag den 17.
oder dienstag 18. nach 15.30
oder mittwoch den 19.
oder den 20. oder den 21.
oder im kommenden jahr

und oder ist immer und oder
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"...Atmend verbrachte ich die Wartezeit;/
ich blickte in die Ferne/
und suchte den kommenden Punkt..."
(Jürgen Becker)
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früher war alles besser, auch die zukunft / wir haben ein zeitproblem, weil wir haben ja sonst nichts

Freitag, August 10, 2012

grundrisse eines kalküls des einzugs

knipse die lampe im bad aus, und im finstern nimm etwas vom badewannenrand und dreh den wasserhahn auf : zum einzug das inkorporieren der grundrisse

- du hattest nicht genug lampen für die verdoppelung der quadratmeter

- ich hätte eine stirnlampe. hüttenurlaub zu hause

- auch im berg finden die füsse ihre tritte meist ohne blick. «outdoor» 

- und wo es steil wird, drehst du dich halt um und steigst rückwärts hinab: hin und wieder ein blick über die schulter, meist aber tasten die zehen als ausgestreckte hände
doch da es die wohnung sein wird, taste dich nicht voran, beweg dich «wie selbstverständlich» im dunkel, wünsch keinen lichtstreif, mehr noch: «knipse die lampe im bad aus, und im finstern, zum einzug - die dimensionen, verhältnisse, abstände der wohung werden inkorporiert»

Samstag, Februar 25, 2012

let’s pretend to be human

zur strafe muss der regisseur seine gesamte gage an lifeaid von bob geldorf spenden – erschreckende ästhetische naivität

(let’s pretend to be human – kaserne basel)

Donnerstag, Februar 02, 2012

Museumskalkül

Ich beschliesse, ins Museum zu gehen. Ich werfe einen Blick auf die Bilder, dann gehe ich zum Eingang zurück, wo mich über den Künstler und sein Werk orientiere. Gehe wieder in die Ausstellung, gucke kurz auf die Bilder, dann auf die darunter stehenden Informationen zum Bild, und sehe das jeweilige Bild genauer an.

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Die Museumswärter, die aufstehen, wenn ich einen Saal
betrete, äussern sich nicht.

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Manchmal decken der Preis der Eintrittskarten noch nicht einmal die Kosten für
ihren Verkauf, für das Verkaufspersonal und die Gaderobe. Wenn es
günstiger ist, keine Tickets zu verkaufen, bekommt das Verkaufen etwas
ideologisches.

Mittwoch, Februar 01, 2012

Ich habe mir eure Namen gemerkt.

… Jugend  soll dem Bild entsprechen, das man von Jugend hat. Aktiv, frech, kritisch, präzise, begabt. Bei einem weiteren Bier diskutieren wir über das Problem, den Humor von Borat oder Adam Sandler mit den von Woody Allen geprägten Vorstellungen überein zu bringen. Wie genaue Analyse da eventuell helfen könnte. Ich erzähle, dass ich dank meines Jugendpresse-Ausweis als Teenie in die deutsche Erstaufführung von Pulp-Fiction geraten bin, damals, bei einem Filmkritiker-Symposium, und wie zwei Filmkritiker anschliessend den Film verrissen als blöde Unterhaltung - zwei Filmkritiker, die heute wiederum jeden Tarantino- Film kritisieren, weil er nicht so meisterhaft sei, wie Pulp-Fiction. Ich habe mir eure Namen gemerkt. Damals sass ich voll schlechten Gewissens ob meiner Hingabe für dieses Machwerk im Kino und hörte den beiden erschrocken beim Reden zu, bis ein niederländischer Filmprofessor aufstand, und in schlechtem Deutsch eine zwanzigminütige Analyse von Pulp Fiction vorlegte, die mich in ihrer Klarheit bis heute überzeugt - und ausserdem meiner Begeisterung für den Film Ausdruck gab.

Montag, Januar 30, 2012

sprachphilosphie im technischen zeitalter

liste aller sprachphilosophien. durchgestrichen: die, die sich durch computerlinguistik erledigt haben.

Donnerstag, Januar 26, 2012

diskus diskurs

es ist ja schon ein problem, auf einem niveau zu sprechen, mit denen, die diskursiv abgesichert sind, und den diskurs im reden bloss rekonstruieren

Montag, Januar 23, 2012

essaytitel for free II

über  «das unnütze wissen», das «unwillkürliche wissen», das «unbewusste wissen» sowie «das unbekannte wissen»

Sonntag, Januar 22, 2012

nachschauen. heat (1995) bis the wire (2002)

wer THE WIRE geguckt hat und sich nocheinmal HEAT von michael mann zuwendet, sieht einen film in dem ältere herren schöne autos fahren und hübsche, junge frauen haben

- das war schon 1995 so

- ja, aber : „if you feel the heat.“ – das thema mccauley-de niro / vincent - al pacino ist das selbe, welches auch jimmy mcnulty und kima greggs in der krankenhaus-szene der ersten staffel verhandeln

- it’s the script-writing, stupid: es ist die erzählte welt, die die differenz des gleichen themas ausmachen: THE WIRE: eine lesbische, schwarze polizistin, die abends versucht sich fortzubilden und die im einsatz zusammengeschossen wurde sowie ein weisser, geschiedener, entsoregerechteter, trinkender polizist reden, warum sie es nicht lassen können – und HEAT:

- genau, ältere herren, die schöne autos fahren und hübsche, junge frauen haben.

- es ist das thema im erzählten, aber eher in einer ausschlusslogik: von was es sich absetzt (von THE WIRE ginge es hier weiter über THE KIDS ARE ALLRIGHT zu TIME CODE) : die hitze (des gefechts, des verbrechens, der action) ist ein problem, eine sehnsucht, eine angstlust oder transgression NICHT weisser älterer herren UND AUCH NICHT junger frauen mit kindern.

eine logik der negation liegt diesem script-writing zu grunde, und das thema kristallisiert in der negation.

freihandlungszone

“freihandlungszone”

 

(aka theater)

Donnerstag, Oktober 06, 2011

chat, twitter, facebook: schiller vs. barthes via sartre

#sartre lesend: roman: langweilig. briefe: eitel. theorie: falsch. tagebuch: interessant, grund: empirismus #dem_autor_den_tod_wuenschen

- woher diese opulente ablehnungskampagne? hat nicht sartre dem 16-jährigen auch ein bisschen die welt erklärt? brennende fragen nach ihrer ungerechtigkeit und sinnlosigkeit beantwortet? und was ist mit stücken wie "geschlossene gesellsch...aft" und mit dem merkwürdig amüsanten "das spiel ist aus"? seine theorien können per se zwar abgelehnt werden - vielmehr glaube ich, dass man aus ihnen herauswächst - aber muss das gleich falsch sein?"

- opulent: das mag am stil des abgelehnten liegen: angeblich "die Fähigkeit eines eleganten Stils, die Souveränität des sprachlichen Ausdrucks" (wobei ich dieses anhand der - sicherlich überalterten - übersetzungen nicht nach...vollziehen kann). @16-jährige: nein, das war barthes (zu dessen arbeiten ich strukturell das selbe verhältnis habe wie andere zu ihrer ersten liebe) (- "barthes? na das erklärt einiges..."), auch wittgenstein. und die politische bildung mit foucault, den ich später lieber den historikern überlasse habe. mich verblüfft, dass philosophie, die so offensichtlich schlecht gemacht ist, wie sartres, so einen erfolg haben kann. selbst heidegger raunt besser. vergleiche beauvoir, dann wird es direkt rätselhaft, wie dieser typ zum intelellen-star aufsteigen konnte. @stuecke: ja, das stimmt. es mag auch etwas mit der - grundsätzlich empirischen - form des theaters zu tun haben. ich rechne sartre durchaus an, dass er interessante tagebücher UND ein paar gute stücke geschrieben hat. aber wäre das nicht, als ob man schiller vor allem als historiker lobte?Mehr anzeigen

- Nichts spricht dagegen, Schiller als Historiker zu loben - in puncto "vor allem" gebe ich dir natürlich Recht. Wobei: das kommt auf die Perspektive an. Und die leitende Fragestellung. Und die Partialität des eigenen Zugriffs. Und so weiter ...und so weiter. Danke, dass Du uns - also denen - also, du weißt schon, den Historikern eben - Foucault gelassen hast. Und Heidegger raunt besser aber weniger französisch: glatt und schnörkellos. Touché mit Beauvoir - da lässt sich aus meiner Sicht nichts entkräften. Ach, ja, und Barthes - was soll ich sagen ... mit 16 mag das ok sein :-)"

- ach --- man entdeckt bei barthes doch für jedes lebensjahr neues... einst waren es "die lust am text" und "fragmente einer sprache der liebe", dann "das semiologische abenteuer" (die alte rhetorik! aristoteles und hollywood!) u.nd "der entgegenkommende und der stumpfe sinn", jetzt "die vorbereitung des romans" und "wie zusammen leben?" - vorlesungen am collège de france --- du gibst mir eine "schiller als historiker"-vorlesung, und ich rezitiere aus barthes? deal?

Sonntag, September 11, 2011

essay-titel for free

über die organisation von räumen im text
über den ernst der dichterischen sprache (und den unernst
der verleger als ästhetisches subjekt

ueber fixpunkte

die farbe der lieblingsschuhe
ein buch in der tasche zu haben
mit dir ist besser als nicht
fast niemand kann allein fuer fast nichts
die frage ob es eine analyse gibt die mehr davon erfassen kann

Sonntag, September 04, 2011

im epischen

olvier assayas directors cut "carlos" zuendegesehen, der dem genre filmisch nichts neues hinzufügt (zum unterschied zum beispiel zum 2ten che-film von steven soderbergh), aber 'in seinem epischen' von der nähe, fülle und wirklichkeit dessen, was schon geschichte heisst -
GRÜNDE, FILME ZU GUCKEN: auch, um etwas von welt und geschichte zu erfahren

Donnerstag, August 11, 2011

hirn-raum. diskussion

- wo ist die wohnung im dunkeln?
- was ist im dunkeln? du. die wohnung
- du bist im dunkeln. du bist draussen (allerdings nicht «outdoor»
- man ist nicht im dunkeln wie im wasser. man ist im dunkeln wie in gedanken
- allerdings kannst du die augen schliessen, aber du kannst nicht anfangen zu denken.
- die wohnung ist in dir. der raum ist kein inneres bild. das innere bild wäre vor dir -
- autsch. du hast dir den kopf angehauen

hirn-raum. verhältnis zu kant
raum-verhältnisse im verhältnis zum verhältnis der körperteile, der körpervolumina : innenraum zu innenräumen
zum raum hin.
- «im hin-raum». hübscher titel
- «im hin-raum» wie «in hinsicht (auf»
- guck mal nach bei kant, und dann kritisieren wir das
- «verhältnisse» : wie verhältnis oder wie verhalten? UND hat das etymologisch überhaupt den selben ursprung?

Montag, August 08, 2011

It's fate?


Mittwoch, August 03, 2011

zum nutzen der literatur (I)

«literature as lonely planet»
literatur kann auch als reiseführer gebraucht werden - 'literature as lonely planet' (erinnert sich wer an die schweren wälzer? : heute eine website)
bei suhrkamp nachgeschaut, von welchem ort jürgen becker in seinem journalroman schrieb (ostende? da war ich. wegen JB's text auch. seines titels wegen. der text beschreibt ostende nicht. er erzählt nur bis ostende. aber man will an einen ort, der auf diese art in den sinn geriet. skippen Sie brüssel und brügge, fahren Sie nach ostende, anschliessend rotterdam, wenn Sie es nur durch den namen des dortigen filmfestivals kennen
- von welchen ort schrieb Jürgen becker in… ?
- und wie hiess das buch nochmal… ?)
um dort anschliessend ein quartier zu buchen. vom nutzen der literatur als reiseführer.

Samstag, Januar 01, 2011

[...]

ERLÄRUNG: UNZUFRIEDEN


ich bin unzufrieden. ich kann meine unzufriedenheit sogar erklären
- erklär sie dir selbst
irgendwo hatte ich mal versucht auszuführen, wie das ist, mit dem bloggen, der musikalischen improvisation, dem suchfeld
- handlungen in situationen mit unvollkommenen information über

...

eins nach dem anderen. schritt für schritt. jetzt stelle ich mir aber vor, daß ich dieses schneefeld hinaufwill. da oben hin. das ich also hier den hang im zick-zack ansteige. dort ist aber der schnee zu weich. also quere ich nach links. von dort nach oben. dort oben ist jetzt aber, wie ich nun sehen kann, ein senkung, deswegen quere ich weiter nach links. deswegen quere ich nun noch ein wenig mehr, steige hier gerade hinauf ein paar schritte.
- zwischendurch hast du dein ziel geändert?
- dein zwischenziel?
- ich habe mein ziel in abhängigkeit von den gegebenheiten neu bestimmt
- und die gegebenheiten in abhängigkeit des zieles
- gegebenheiten ausgewählt und geschaffen in anbetracht des zieles
- das sich ständig ändert
- das ziel ist also nicht fix?
- das ziel bewegt sich, verändert sich, und mit ihm verändern sich die schritte
- sogar die, die du schon gemacht hast?
- sogar die, die ich gemacht habe. das sich ändernde ziel verändert die gemachten schritte
- die schritte bleiben in wirklichkeit aber doch die selben
- in wirklichkeit ja. das erfasst der wirklichkeitssinn
- und welcher sinn erfasst das ziel?
- und welcher sinn erfasst das zukünftige ziel und die zukünftign schritte, die ich eben jetzt mache?

...

man schreibt einen eintrag in einen blog. dieser eintrag bezieht sich auf das, was im blog schon steht.
- er bezieht sich auch auf etwas anderes: etwas, was man sagen will
nun schreib einen neuen eintrag. dieser bezieht sich auf das, was im blog schon steht, inklusive des vorherigen eintrages.
jeder neue eintrag bezieht sich sowohl auf das, was dort steht, als auch auf das, was dort noch stehen wird
- auch wenn es dort noch nicht steht?
- auch wenn es dort noch nicht steht.
- was dort noch nicht steht: als ganzes: was man sagen will
(deswegen diese technische änderung: im blog ist alles, was man geschrieben hat, als archiv verfügbar. das archiv verweist aber jeden eintrag nur auf die vergangenheit
- verweist den eintrag in die vergangenheit
- wie verweise ich den eintrag auf die zukunft?
- du brauchst dringend den programmierer, den du nicht bezahlen willst

...

eine birne gekauft am strassenrand, marktstand, in der stadt, in der innenstadt, auf dem weg zum marktplatz. die fruechte angefasst und aufs taktile getestet, mit zeit. der verkaeufer verpackt die einzelne birne in eine klare plastiktuete. mit der nase zu testen waer eins zuviel gewesen. aber auch so gehoert dieses genrebild woanders hin -

SELBSTGEWÄHLTES UNGLÜCK

dabei hatte er ja nicht das unglueck gewählt, sondern nur die situation, in der er jetzt unglücklich war. dies aber machte es schwierig, dass unglück zu teilen, selbst es mitzuteilen. kopfhörer auf, und musik an: BE CAREFULL WHAT YOU WISH FOR/ CAUSE YOU JUST MIGHT GET IT
gesellschaftlich konformer individualismus: wer selbstgewählt glücklich sein will, und glück nur als selbstgewählt erkennt, der versteht auch sein unglück als selbstgewählt und unteilbar.

... vielleicht geht es bei "man with a golden arm", "wendy und lucy", oder dejavu/eminem darum, zwischendurch zu erwähnen, dass in den meisten leben einiges schief läuft
- wie alt bist, wann lebst du eigentlich, meinst du der gedanke sei neu

goetz stellt in klage den unzulässigen zusammenhang von rauchverbot und jenen jugendlichen her, die in einer münchener u-bahn einen rentner zusammengeschlagen haben

fuer beides koennen zahlen stehen
zeit und geld
dreizehnkommasieben milliarden waeren eine unvorstellbar grosse zahl
finde ich nicht wenn ich sie lese
nun die zahl der jahre seit dem urknall
erscheint ploetzlich klein
den milliarden die vom buchgeld vernichtet oder staatlich garantiert

1951 waren noch immer geschaetzte 40000 jugendliche obdachlos und streiften in den besatzungszonen umher.

ihre mutter drücke ihr 10 euro in die hand, und sage: hab spass. ich zucke zusammen, wie ich diesen traum höre;
- was ungerecht ist.
- es trifft mich.

ich starre die wand an. ich sollte, ich wüsste, mir ist schon klar. last des wissens um das selbst. sagt mir nichts, sei einfach mal still, sieh dich selber an
- an der wand
- selber an der wand
rauchfasertapete, materialität, nothing special

VOR GERICHT UND AUF HOHER SEE

das protokoll der aussage ist in ganzen saetzen abgefasst. es gibt keine spiegelstriche, keine bullet-points, keine textstyle (kursiv, fett ...). hin und wieder wird etwas hervorgehoben, in dem der text zentriert wird.
- "kein layout"
- und du denkst darueber nach, warum luhmann in seinen buechern keine grafiken benutzt.

was ist diese kapazitaet der sprache, sich in reiner folge einen sachverhalt anzueigenen, und warum

...

der angeklagte schoss dem fluechtenden sachverhalt neun bullet-points in den ruecken

...

parlamentarische feierstunde - sprechakttheoretische demonstration.

die abgeordneten namen das gesetz zur abschaffung des adels und aller seiner privilegien an. damit gab es keinen adel mehr.
- man denkst sich das ja immer so: das die gesellschaftsform am ende war, das sich das "entwickelte". stattdessen: wurde eine entscheidung getroffen.

die vorstaendin mokierte sich, dass die gesetzgebung in der republik so ein "herumgeeiere" sei. so unmutig. man muesse eben nur ein gesetz abstimmen, wenn man etwas wollte.

DREI, ZWEI, EINS

komoedie dritte fassung

besetzung
vier oder mehr, geeignet, zwei herren, einen mann und eine junge frau, alles zugleich und einiges anderes wieder zu geben

orte und zeiten wechselnd


PROLOG

- ende der zwanziger jahre des vergangenen jahrhunderts, ein halbes jahr vor dem sogenannten schwarzen freitag, wurde der deutsche automobilhersteller opel an den amerikanischen automobilhersteller general motors verkauft

- daran anknuepfend schrieb ein dramatiker im selben jahr eine komoedie, in der ein bankier und automobilfabrikant seine automobilfabrikation an einen amerikanischen trust verkauft

- verkaufen will

NORRISSON: seit einem halben jahr verhandle ich schon
ohne einschaltung des grossen amerikanischen kapitals sehe ich die zukunft sehr duester
ich muss
und zwar rasch
hier sind unsere fuenf autofabriken
es ist für uns eine lebensfrage
anschluss an diesen trust zu finden

- der dramatiker war ungar, er war durch seine stuecke zum millionaer geworden, sein stück wurde am volkstheater in wien in deutscher sprache uraufgefuehrt, im roten wien, der stueckeschreiber hiess molnar, manchmal wird noch sein wurschtl-prater-spiel liliom gegeben, das stueck kam gut an, bis zur weltwirtschaftskrise, spaeter fluechtete molnar vor den nationalsozialisten in die USA, ungarischer jude, verheiratet mit einer schauspielerin aus max-reinhardts truppe

JUNGSGESCHICHTE
wie und wann ist das junge mädchen zu einer grundfigur der zeitgenössischen deutschen literatur geworden? und das trifft die frage des personals wie die des genres: die figur : was ist das? eine aesthetische figur?
- deleuze: krieger und junges maedchen

...

es scheint mir, als gilt >in den buechern< noch das, was vor der gender-debatte in der sprache galt: der mann, dass ist das subjekt, nichts anderes (wenn er nicht der trottel, der idiot, der fremde, oder der vater ist).

Jungsgeschichte. Burli-Wunder.


...

mein vater fragt: erinnerst du dich an F.?
ich erinnere mich an F. : sie war mit uns im urlaub, eine freundin meiner schwester. woran ich mich erinnere sage ich nicht. ich erinnere mich an ihre sehr grossen schamlippen, die ich beim nacktbaden sah. ich war 8 oder 9. das blieb mir als eindruck.
seltsam, das so eine erinnerte episode sich wie aus einem philipp-roth-roman liest
- soll das eine legitimation sein?

...

ich solle doch bitte allen beteiligten diese und aehnliche peinlichkeiten ersparen
- man koennte sagen: ich fuehle mich verstanden. das ist so gemeint
- wie gemeint?
- ja, das ist peinlich. das muss man nicht sagen schreiben lesen. das ist das problem einer "jungsgeschichte". legitimation: nicht hinreichend. das etwas so war so ist so erinnert wird. am besten redet man ueber das alles gar nicht. schoen reine subjekte. oder im gegenteil: alles arschloecher.

Donnerstag, Dezember 30, 2010

die zeit lesen

Die ZEIT 2011 - 18


Autor : Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH und Co. KG
Verleger :
Kategorie :

Seite : 32
Datum : 28.04.2011
Markierung : »Ich kann die Wut der Menschen auf die Banker und
Spekulanten verstehen«, sagt er. Dann erklärt er seine Weltsicht: Man
müsse sich die Gesellschaft vorstellen wie eine Pyramide. Und wer sitzt
ganz oben? Die Banker. Weil sie innovativ seien, Risiken eingingen und
Reichtum anhäuften.

Seite : 36
Datum : 28.04.2011
Markierung : Max Nathan

Seite : 36
Datum : 28.04.2011
Markierung : Nathan, ein Doktorand der Urbanistik, bloggt über Londons
Stadtentwicklung,

Seite : 96
Datum : 29.04.2011
Markierung : Das Gedicht kommt Ihnen bekannt vor, es hört sich an wie
bei Heine abgeschrieben? Dieser Vorwurf ist absurd!

Seite : 217
Datum : 29.04.2011
Markierung : Soziale Unternehmer sind aus anderem Holz geschnitzt: Sie
sehen nicht die Probleme, sondern identifizieren Marktchancen. Sie
finden Lösungen für Notlagen und entdecken Nischen. Ihre Ziele verfolgen
sie aus einer persönlichen Motivation heraus, das gibt ihnen Ausdauer
und Widerstandskraft. 95 Prozent aller sozialen Unternehmer halten durch
und etablieren Systeme, die skalierbar sind

Seite : 263
Datum : 29.04.2011
Markierung : Von 1990 bis 2008 stießen Entwicklungsländer bei der
Produktion für die Industrienationen fünfmal so viel CO₂ aus, wie ihre
Kunden zu Hause einsparten.

Seite : 271
Datum : 29.04.2011
Markierung : Dabei kann sich das Fassungsvermögen des
Arbeitsgedächtnisses individuell sehr unterscheiden: Manche Menschen
können mehr, andere weniger Dinge gleichzeitig im Kopf jonglieren.
Testen Sie Ihre eigene Kapazitätsgrenze, indem Sie versuchen, eine
längere Aufgabenliste - etwa »Flug buchen, Post erledigen, Müll
runterbringen, Steuererklärung prüfen, Brot einkaufen, Fahrrad
reparieren, Wäsche waschen...« - in dieser Reihenfolge mehrere Minuten
lang im Kopf zu behalten! Bei drei, vier Aufgaben ist das vermutlich
noch kein Problem, doch wird die Liste länger, stößt das Gehirn
irgendwann an die Grenze seines Fassungsvermögens - und dann kann es
passieren, dass man die Post aus Versehen ins Kühlfach legt und die
Butter in den Ofen stellt

Seite : 277
Datum : 29.04.2011
Markierung : (Für Sicherheitskampagnen empfiehlt sie negative
Botschaften, denn die würden im Gehirn vordringlich verarbeitet. » Kill
your speed« wirke einfach stärker als »Fahren Sie vorsichtig«.

Seite : 339
Datum : 29.04.2011
Markierung : www.camp-festival.de

Seite : 363
Datum : 29.04.2011
Markierung : Vom 28. Juni bis zum 3. Juli, www.bergmanweek.co

Seite : 366
Datum : 29.04.2011
Markierung : das frei improvisierende Quartett RIDD etwa oder das Duo
mit dem Metal-affinen Schlagzeuger Mike Pride

Seite : 382
Datum : 29.04.2011
Markierung : A Visit from the Goon Squad (etwa: Die Schläger kommen).
Jennifer Eagan

Seite : 412
Datum : 29.04.2011
Markierung : Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allei

Seite : 425
Datum : 29.04.2011
Markierung : Margot Käßmann hat ein Buch mit dem Titel Sehnsucht nach
Leben verfasst. Es enthält eine Fülle guter, einfacher, hilfreicher
Gedanken, deren viele Menschen bedürfen. Es kam auf Anhieb auf der
Bestsellerliste nach oben. Margot Käßmann vermag es wie kaum ein
anderer, den Duktus der Predigt auf ihre Schreibweise zu übertragen. Sie
schreibt in einem vollkommen gleichmäßigen Tempo, sie formuliert in
Sätzen, die eine ebenso gleichmäßige, nicht zu kurze, nicht

Seite : 426
Datum : 29.04.2011
Markierung : ausufernde Relativsatzgrammatik besitzen. Oftmals nehmen
ihre Sätze die Begriffe und Gedanken des vorangegangenen Satzes auf:
»Gestillte Sehnsucht wird im Leben immer nur eine Phase darstellen. Denn
Sehnsucht stellt auch eine Kreativität des Lebens dar.« Margot Käßmann
hat in allem so recht, dass man sich beim Lesen einfach ein bisschen
fallen lässt. Ihr Buch streicht einem sozusagen über die Stirn.
Vielleicht ist es ja auch genau so gemeint und deshalb gar nicht schlimm
und gar kein Berufstabu, wenn man jetzt ganz kurz pausiert... und
nachher weiterliest.

Seite : 508
Datum : 29.04.2011
Markierung : Vier Bettbesuche später habe ich jedenfalls mehr zu
erzählen als von so mancher Reise. Und ich habe eine

Seite : 508
Datum : 29.04.2011

Freitag, Dezember 24, 2010

zweifler & zaudera #label

zweifler & zaudera #label