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Montag, Mai 19, 2008

Brave Story

'brave story', ein anime von 2006 gesehen. was mich im text und im spielfilm begeistert: die montage des fiktiven,
- das zusammengesetzte
- so wie johnnie to, running for karma

widerstand, nicht gegen die krude story, sondern gegen die zusammengebastelte ästhetik, gegen die fehlende linie der visualität

keine begründete ablehnung. garkeine ablehnung. nachdenken über bildwelten, montagen, und die linie des erzählens, die linien der sinne und des sinns

Mittwoch, Mai 14, 2008

für moderne kunst

um den platz vor dem museum
- vor dem museumscafé, was dich angeht
stehen vier herren einlasspersonals
- sie tragen uniform
- berufskleidung

'das betreten des platzes ist nicht erlaubt - konzert der philharmonie'.
der platz ist leer, sehr leer, dabei sonnenprall
schilder zeigen einen flügel auf dem platz, sonnenkurzsichtig
- nicht nur
entziffere ich, wo man karten erwerben könne

findet das konzert erst noch statt? ein konzert zeitgenossischer musik: leerer platz? ein werbetrick, für den der platz gesperrt um aufmerksamkeit

unter dem platz ist der konzertsaal. man höre schritte. also fehlplanung, leider nur

Samstag, April 05, 2008

Than Meets the Eyes

tuymans, haus der kunst: man betritt den ersten raum - und erfasst
- es erfasst einen
- es erfasst mich
- und ich erfasse
: das licht, die hängung, DAS AUSGEWASCHENE

das alles in verschobenem licht
- verschoben wie man autos, waffen und sinn verschiebt
- schiefe assoziation
- farbverhältnisverschiebung : druckverhältnisse ändern sich, nicht die druckverhältnisse der luft, sondern die lichtdruckverhältnisse
- schiefe metapher
- metapher: wörtlich: transport

leider gewöhnen sich die augen viel zu schnell. nach einer pause mich erneut hineinbegebend erlebe ich dann schon das ephemere dieses sinneindrucks.

Sonntag, März 30, 2008

Die Selbigkeit des Dinges

im publikumsgespraech, dass sich nachbildern und nervenreizen zuwandte, legte mcclure zur projector performance dar: die reaktionszeit der iris, der netzhaut und so weiters ist - jedenfalls seinem biologiebuch nach - abhaengig von alter, geschlecht, und einigen weiteren faktoren

- schoen war ja auch dieses: jedenfalls meinem biologie-buch nach, vielleicht steh in deinem was anderes; ich ken mich nur ein wenig aus, ich habe bloss zwei jahre studiert

- bei wie vielen kaeme da der gegenteilige gestus: die wissenschaft sagt, und ich bin eigentlich biologe



es ging um die frage, auf welchen verhaeltnissen von dauer und rhythmus er seine loop-montagen aufbaut. da aber das nervensystem sich individuell unterscheide

- individuell: literally 'unteilbar'

- was individuell ist, hat mit nichts andere einen gemeinsamen nenner

- sind primzahlen individuen?



da nimmt man doch lieber die maschine, "die technik", die 24 bilder pro minute und ihre teiler.



bei luhmann (die kunst der gesellschaft) findet sich der satz: 'die selbigkeit des dinges (= des kustwerkes) ersetzt die uebereinstimung der meinungen'. mcclure ginge vielleicht noch einen schritt weter: die selbigkeit des dinges ersetzt die uebereinstimmung der wahrnehmungen



was mir so wahr an seiner position erscheint, ist: wenn man kunstwerke nicht als ausdruck einer person in einer "privatsprache" begreift,

- die es nach wittgenstein gar nicht geben kann



die projector performances waren alles andere als projektiv

es wird projeziert, aber eben nicht eine wie auch immer verstandene privat-ikonologie, -sprache, -mythologie, -gefuehlswelt

sie sind wirklich da, das ist das ding

: im gegensatz zu :

diesen kunstsachen, bei denen man einer bestimmten meinung sein muss, damit sie sind, die katalog- oder programmheftlyrik vorraussetzen, oder eine subkulturelle community, die statt einen code hervorzubringen sich gegenseitig einredet, da waere was

Freitag, März 28, 2008

projector performance

- was ist es denn nun, daß einen rhythmus erkennen läßt?
- der rhythmus-sinn?
- kein sinn für rhythmus?
rhythmus: eine basale simulation des gehirns, zusammengesetzt aus eindrücken anderer sinne
- wie der orientierungssinn?
- jedenfalls körperlich
ich kann ja nicht
- kann ich?
auf einen rhythmus zeigen wie auf etwas rotes
- ich kann nicht auf ETWAS ROTES zeigen, ich kann nur auf rote dinge zeigen, und da könnte man auch etwas anderes als gemeinsame qualität wahrnehmen
- zum beispiel die materialität

... wie der orientierungssinn
- jedenfalls körperlich
den man verliert; abhängigkeit der wahrnehmung von ihren neurologischen grundlagen: ab einer bestimmten intensität
- impulse pro fläche pro zeit
- lautstärke
- tempo

auch das war gestern der fall. filmmuseum, wien: bruce mcclure: projector performance. licht, sound, bildausschnitt auf leinwand, rhythmus.
LICHT: 16 mm projektoren mit manipulierten streifen laufen : loops : schlingen, buchstäblich
SOUND: analoge delays, analoge loopgerät, eingang vom projektor

auf der ebene der wahrnehmung geschieht das, was auch sonst im film geschieht: cadrierungen wechseln, montage von cadrierungen, hier: lichtfelder in einer fläche (leinwand)
ich sehe: mein hirn stellt zusammenhänge her UND ODER AUCH die montage wird gesehen
: ich sehe nachbilder; ich sehe, daß das licht sich fließend bewegt von links nach rechts, ich sehe optische täuschung. das ist film.
- und dann kommt der reflex der avantgarde: das ist mehr film (als sei film etwas, daß mehr von sich sein könnte), das ist besserer film : das ist alles quatsch
- oder wollen sie die projector performance gegen i'm a cyborg, but that's ok aufwiegen
- darüber hast du noch garnichts geschrieben

- und dann waren da noch einwände gegen das filmmuseum: ob diese performance in diese sakarale balckbox gehört?
- jetzt aber nicht in den fehler verfallen der avantgarde: in diesem raum solte man überhaupt keine filme zeigen