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Sonntag, September 21, 2008

man meets woman

aufwachend seufzt sie: "ich verstehe meinen traum nicht." dann zieht sie die decke um sich: "ich denke, es ist an der zeit - - - aber vielleicht habe ich das auch nur geträumt." und dann schläft sie wieder tief.

Montag, September 01, 2008

copy this (III)

ich hatte mein photoarchiv online gespeichert, und anschließend die dateien von der festplatte gelöscht. beim hochladen auf den server hatte es ein übertragungsproblem gegeben, ich hatte die sicherung nicht kontrolliert, die datei war beschädigt - das letzte back-up meiner photos, das ich finden konnte war über ein jahr alt, jedenfalls waren schließlich 1500 bilder futsch.
12 stunden später hatte ich 400 bilder davon wieder: ich hatte meinen emailverkehr durchsucht, alte webseiten-dateien, blog, webspace

13:31:48 [AS] : kannst einen aufruf machen
13:32:02 [AS] : an die menschen die auf den fotos waren
13:33:11 [AS] : mit der bitte um optische rekonstruktion der letzten beiden jahre
- du hast dir auch einige der 400 schicken lassen?
- und was hat das mit den raubkopien zu tun?

in der sz war ein artikel vor einigen wochen, in dem sich mokiert wurde, die user hätten "in rainbows" von radiohead häufiger illegal aus tauschbörsen bezogen als legal und kostenfrei von der homepage downgeloadet. aber so funktioniert die sache halt nicht
- und wieso eigentlich illegal in diesem fall
es sind eben keine tauschbörsen
- es heißt nicht file-trading sondern file-sharing
in einem großen wohnhaus stellen die leute ihre bücherregale nicht in den apartements, sondern auf den fluren auf, und jeder bewohner kann alle bücher aller anderen bewohner gebrauchen - lesen -

Sonntag, August 31, 2008

copy this! (I)

(k. war die sache mit dem >raub< in >raubkopie< aufgefallen)

I RAUB
"Wer mit GEWALT gegen eine PERSON oder unter Anwendung von Drohungen mit GEGENWÄRTIGER Gefahr für LEIB oder LEBEN eine fremde bewegliche SACHE einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen" (§249 StGB (1))

II RAUBKOPIE
büro eines beliebigen konzerns der musikbranche. ein vermummter mann vermutlich jüngeren alters erzwingt mit zum schlag erhobenem alu-case-notebook die herausgabe einer cd. während er dem angestellten droht, das video der überwachungskamera als happy-slapping-aufnahme bei youtube einzustellen, schiebt er die cd mit sardonischem grinsen in sein laufwerk, und - kopiert sie.

Montag, August 25, 2008

das terrorismusbüro wien

einen molotowcoffee, denkt sie, in einem plastikbecher to-go mit deckel, größe extra large, wenn sie an einem starbucks vorbeigeht

Sonntag, August 24, 2008

sagt allein vielleicht wer

es ist wirklich nicht einfach, rechtzeitig ins bett zu gehen, nach so einem tag, 60 stunden job, physisch und sozial erschöpft, der mund vom dauergerede klebrig, die dusche muß noch warten, ich räume rum und höre musik

Freitag, August 22, 2008

wissenssoziologie (I)

man weiss so wenig. beim lesen einer tageszeitung
- des feuilletons
- des wirtschaftsteils
- des feuilletons: nimm etwas, womit du dich auskennst
- auskenner
- wer adornos ästhetik nicht gelesen hat, soll keine kritiken schreiben?
- zumindestens sollte er auf dem stand der universitären vermittlung sein

>sie erwarten von den jugendlichen, daß sie sich schiller reinpfeifen, und selber schaffen sie es nochnichteinmal in eine stadtbibliothek<

aber doch eher das problem: wie das sowieso schon 'vorhandene' wissen eingang in den gesellschaftlichen diskurs findet. versuch, ein gespräch darüber zu führen, wie sprache funktioniert
- vielleicht ist das jetzt auch nicht so entscheidend, gesellschaftlich, meine ich?
: das problem ist doch zumeist nicht, was man alles (noch) nicht weiß, sondern, daß das, was zu wissen wäre, vielen ganz und gar unbekannt ist.

zum aufwachen ein radiofeature über den kynismus gehört.

Dienstag, August 19, 2008

Let's call it a night

auf dem bild ist die lampe, der klappstuhl, und die dunkelheit

der tisch
das schrauben
der streit
die härte
die stimme
der tee
das nahe
die sorge
der geruch
das laufwerk
das geräusch
die bartstoppeln
die nacht

: auf dem bild ist die lampe, der klappstuhl, und die dunkelheit, sagt das kind, und ich
- in der hand einen strauss blumen
- für mich?
- für dich

das gibt es alles, auf der selben ebene, kein existentieller unterschied
- sicherlich muß man nominalist sein
: lampe, klappstuhl, dunkelheit: auch die dunkelheit ist ein etwas, so wie ich auch
über dem malen war sie eingeschlafen. das blatt aus ihrer hand genommen. aufwachend, was auf dem bild sei sagend, und fragend, ob ich mich später neben sie lege

Sonntag, August 17, 2008

Die Füße in den Startlöchern einbetoniert

der fluchtschlaf ist schwer und abgrundtief, nicht erholsam; ein ausschalten, kein entspannen; unterbrechen, nicht erholen; das bewusste schaltet ab, und geht nicht zu etwas anderem über, es wird ausgeknipst. aufwachend bewegen sich die glieder in einem trägeren medium, als es die luft sonst ist, gegen einen widerstand; der hörsinn taub. eine sachliche art des schlafs. der last, person zu sein, entkommen, und damit den dingen, menschen, situationen, dem was unerträglich ist
- die dinge/ die menschen/ die situationen : das verweist auf eine objektivität, die im sozialen nicht gegeben ist
- die dieser art des schlafes entspricht

das wort vom fluchtschlafen kam von jemandem auf eine art zu mir, die mir sehr nahe ging. verloren haben ich sie warum
- gemeinsam und zusammen und miteinander schlafen
- und überhaupt: wie wörter von jemandem kommen und ihre autonomie erhalten und verknüpft bleiben
- don't call it privatsprache

Du packst Deine Koffer und nimmst mit

ich seh in deine augen und bin mit

Mittwoch, August 13, 2008

Nachbarschaften II

videoinstallation. auf die vorhänge und jalousien verschiedener wohnungen oder geschäftslokale werden schattenspiele projeziert, die sich ergäben, wenn im zimmer eine lichtquelle (lampe, lampen, fernseher) brennt, und zwischen lichtquelle und projektionsfläche sich menschen bewegen.

mixed media, mehrere videos, dauer: von dämmerung zu dämmerung

Dienstag, August 12, 2008

Nachbarschaften I

soundinstallation. klingelschild eines großen mehr-parteien-hauses. drückt man auf eine der klingeln, hört man, durch die gegensprechanlage, was in der wohnung gerade zu hören ist.

mixed media mit 32 mono-ton-spuren, je 24 stunden lang, vorproduziert.

Montag, Juli 28, 2008

speichermedium

- man könnte meinen es wäre herbst, oder warum steht hier eine
reminisenz nach der anderen?
: nach jahren auf den defragmentierungbildschirm von windows98
guckend. so schön, wie die cluster/kästchen sich umspeichern,
umfärben. als wäre das so: die festplatte, eine fläche von kästchen.
c. träumte, sie könne mit ihrem computer sprechen, in nullen und
einsen. in bits.
- wie klang das?
- überhaupt?
- wie muß man sich das vorstellen?
- das muß man träumen

mein großvater, nach seinem zweiten schlaganfall, fiel ihm das lesen
schwer. er konnte teile des faust auswendig, die zitierte er
- wie klang das?
die ging er vor seinem geistigen auge
- wie muß man sich das vorstellen?
er las sie, stumm
- überhaupt?
- jedenfalls schreibt wittgenstein, man solle sich nicht vorstellen,
daß das selbstbeobachtete lesen lesen sei

welchen status hat der text jenseits des trägermediums schrift?
jenseits des buches und des bildschirms
- das muß man träumen

Mittwoch, Juli 23, 2008

Mailbox Service

Der gewünschte Teilnehmer ist vorrübergegend nicht erreichbar. Wenn Sie eine gute Nachricht hinterlassen möchten, drücken Sie bitte die '1'. Wenn Sie eine gute und eine schlechte Nachricht hinterlassen möchten, drücken Sie die '2'. Und wenn Sie eine schlechte Nachricht hinterlassen möchten, legen Sie einfach wieder auf.

(Sie haben sieben gute und zwei schlechte Nachrichten. Um Ihre guten Nachrichten zu hören, drücken Sie bitte die '1' ...)

Montag, Juli 14, 2008

Nach Datum wirbeln

verliebtsein wäre also wie depression, nur umgekehrt. statt des strudels der gedanken in sich, der wirbel der gedanken aus sich heraus, nach draußen, zu dir hin
- form des weltverhältnisses. art der erkenntnis
- angerufen hast du heute dennoch nicht
- jetzt noch
- ich lasse mich nicht nach datum und ab- und anwesenheit herumwirbeln
- was also

Donnerstag, Juli 03, 2008

Tagesrest (II)

nervenrunderschöpft

der graphit ließ sich nicht stift spitzen

sprachsinn: nahsinn oder fernsinn

vorstellungen von dingen, die es nicht gibt

Sonntag, Juni 22, 2008

Zaertlichkeiten (II)

"wie du mich so ansiehst - von unten herauf"

zaertlichkeit, das ist keine kategrorie von taetigkeiten. also zaertlichkeit, das ist ein subjektverhaeltnis. es ist eine weise, mich anzublicken
- es ist eine weise, in der ich den anderen anblicke
eines abends, als ich wieder zu ihr kam, hatte sich dieses subjektverhaeltnis
- haessliches wort
auf ihrem gesicht begonnen abzuzeichnen, und die dinge, die sie tat
- mit mir
- fuer mich
- mir zu
- an und fuer sich
verwandelt

"sie machte ein zaertliches gesicht" : ihre zuege waren entspannt
- "die caraktermaske entglitten"
- hui
weicher, der rhythmus ihrer kopfbewegungen fliessender, die augen machten kleinere und raschere spruenge
- das sind ausserlichkeiten

das ist, was ich wahrnahm, als ich wahrnahm, wie sie mich nahm, zaertlich

Samstag, Juni 07, 2008

gesetzt

die schwerkraft ist schon in ordnung, sie könnte nur etwas weniger sein.

Sonntag, Juni 01, 2008

Wie komme ich in diesen Blog?

[02:14:41] BIK : andere frage: WARUM komm ich nicht in deinen blogg rein????
[02:14:54] (ge) : http://beiseite.blogspot.com/
[02:15:05] (ge) : jetzt gerade oder überhaupt nicht?
[02:15:15] (ge) : oder willst du erwähnung finden?
[02:15:40] BIK : bezog sich auf generell. ich hatte einen anderen link ...
[02:15:48] (ge) : oh.
[02:15:55] BIK : und ich bin nicht eitel genug mir anzumaßen, dass ich erwäheneswert wäre
[02:16:09] (ge) : du bist ja schon erwähnt
[02:16:33] BIK : WAS???
[02:16:41] BIK : Darfst du das????
[02:16:49] (ge) : http://beiseite.blogspot.com/2008/04/in-gesellschaft.html
[02:18:09] (ge) : nein, aber versuch mal zu klagen, und du wirst sehen, wo und unter welchem namen die seite registriert ist.
[02:18:54] BIK : aufgrund vollkommener unkenntlichkeit meiner person werde ich vom klagen mal absehen

Freitag, Mai 30, 2008

sense unique



[02:06:56] Du: und jetzt oral history dazu?
[02:07:04] Ich: okay.
[02:24:00] Ich: http://www.suhrkamp.de/titel/titel.cfm?bestellnr=42021

Samstag, Mai 24, 2008

ÜBER EROTIK

Datum: Mon, 19 May 2008 22:34:02 +0000 (GMT)
> nicht schlecht, aber auch noch nicht umwerfernd,
> weshalb ist es so schwierig erotik zu schreiben?

wir saßen auf dem bett, und ich versuchte, ihr zu entwicklen, wie eine erotische szene geschrieben sein könnte -
grinsen mußten wir beide, rot war ich auch. das ist ja interessant. gefühlslage: unklar, ob das, was ich als erotisch beschrieb, und zwar als erotisch nicht nur für mich -
- stil: errötend schreiben

in einem interview gibt siegfried lenz
- hab ich von dem eigentlich mal was gelesen?
die nullposition dazu wieder
- so ungefähr: weiß doch jeder, kennt doch jeder, kann sich doch jeder vorstellen - wozu also darüber schreiben?
dann wäre lesen also nur hineinprojezieren in bekannte sachverhalte? das wäre mir neu

(vor jahren las ich DEKONSPIRATIONE von goetz, und war hin und weg, weil er schrieb, was ein ICE ist. das hatte ich zuvor nicht verstanden, nicht auf diese weise.)

(im zug fahrend)