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Donnerstag, August 11, 2011

hirn-raum. diskussion

- wo ist die wohnung im dunkeln?
- was ist im dunkeln? du. die wohnung
- du bist im dunkeln. du bist draussen (allerdings nicht «outdoor»
- man ist nicht im dunkeln wie im wasser. man ist im dunkeln wie in gedanken
- allerdings kannst du die augen schliessen, aber du kannst nicht anfangen zu denken.
- die wohnung ist in dir. der raum ist kein inneres bild. das innere bild wäre vor dir -
- autsch. du hast dir den kopf angehauen

hirn-raum. verhältnis zu kant
raum-verhältnisse im verhältnis zum verhältnis der körperteile, der körpervolumina : innenraum zu innenräumen
zum raum hin.
- «im hin-raum». hübscher titel
- «im hin-raum» wie «in hinsicht (auf»
- guck mal nach bei kant, und dann kritisieren wir das
- «verhältnisse» : wie verhältnis oder wie verhalten? UND hat das etymologisch überhaupt den selben ursprung?

Freitag, November 07, 2008

Vorstellungskraft

das wort findet sich bei dh lawrence, "john thomas and lady jean", gekauft, weil es guenstig zu haben war, maengelexemplar, und weil irgendein autor den ich mag, vielleicht auch deleuze, dh lawrence mag, und ich habe den anfang gelesen und finde ihn toll, und breche eine lanze fuer den realismus, auch den psychologischen, und da finde sich dieses wort

vorstellungskraft

und es findet sich auch bei stanislavskij, und es hat bestimmt eine begriffsgeschichte,
sich etwas vorstellen, und es sich anders vorstellen, als es dann sein wird, und sich etwas nicht vorstellen koennen, das sind zwei verschiedene dinge

wir lagen auf der matraze im fast leergeraeumten zimmer, und lasen, nebeneinander. maracuja-saft aus dem super-markt.

Sonntag, November 02, 2008

Romane, Medien

und es ist ja so: die literatur hat auch das kino, die sms und das email in sich aufgenommen. und umgekehrt ebenso.

spielen mit technischen gedanken: koennte man nicht einen email-roman? wie briefroman? allerdings nicht als buch, sondern in bcc an die leser?
- in japan gibt es laengst schon sms-fortsetzungsromane

"das gehoert zwischen zwei buchdeckel, nicht in eine zeitung", sagte der redakteur anno 1997

literatur als publikumskunst verstanden
- aber man liest doch allein
hiesse: die bedingungen der rezeption mitzuschreiben.

was waere das als ausdruck, ein email-roman?
- seit wann interessiert dich die organisation des textes im verhaeltnis zum aussen?

Samstag, November 01, 2008

Lyrik im Vorbeigehen

in der wochenendausgabe der zeitung sind 24 gedichte eingestreut. ich finde den versuch, auf diese art lyrik zu promoten laecherlich - seltsamer versuch, auch noch dieses feld als marketing-innovation zu bespielen

und dann lese ich, die zeitung eigentlich. hier und da bleibt der blick haengen. meist erst an den autorennamen und kurzbiographien. die meisten kenne ich irgendwo her - aber gelsen, nein

und lese dann hier und da, wie zeitung eben. ach, so was macht der.

und die alle schreiben und arbeiten und produzieren. so was.

Dienstag, September 30, 2008

Ich mein das schon so

, sagte dietmar dath bei seiner lesung über "abschaffung der arten". eine geschichte über einen zombie sei also zunächst einmal eine geschichte über einen zombie, und nicht eine geschichte über arbeitslosigkeit, als zombie-geschichte verpackt.

damit könnte die diskussion beendet sein. "ich mein das so" gemeint als absage an eine bestimmte diskursivität: wozu einen science-fiction-roman schreiben, wozu von genten und peroinfoplexen (oder so) schreiben.

riru mag die ersten sechzig seiten sehr. ich lese durch kritiken im netz und amüsieren mich an der offenbaren provokation, die die nominierung für den buchpreis der "abschaffung der arten" darstellt, jedenfalls für die mehrzahl der rezensenten. anschließend könnte man zur barthes'schen konversion von wert in theorie übergehen. ich mag/ich mag nicht -> ich mag nicht musik in der ubahn -> weshalb musik in der ubahn abzulehnen ist.

stimmt aber garnicht. denn "ich mein das schon so", sagt weder: was ist gemeint, noch: ob das, was gemeint ist, nicht bloß gut gemeint ist. immerhin ist ja kunst/literatur keine sache der bloßen meinung.

Montag, September 29, 2008

Oh! So witty!

- kennt ihr euch eigentlich? soll ich euch bekanntmanchen?
- nein, ich gehe jetzt erstmal auf toilette
- wo sind denn die?
- hinter der bar, hinter dem zweiten raum, rechts. beziehungsweise links.
- dann könnt ihr euch ja auf dem weg dorthin bekanntmachen
- ich dachte, der witz daran, zusammen auf toilette zu gehen, wäre, daß man den namen des anderen nicht erfährt

in der runde am tisch machte mich das vorhandensein enormen wissens traurig. wer da nicht alles um diesen tisch herum saß, wie klug die menschen waren, in welchen spezialdisziplinen und im allgemeinen auch gebildet, des gesprächs mächtig, nicht nur der konversation, sogar schön, okay gekleidet, alles schon nach mitternacht -

Donnerstag, September 18, 2008

Programmvorschau

(17.09.08 18:10:18) k: habe übrigens abschaffung der arten angefangen
(17.09.08 18:11:09) k: gefällt mir sehr. macht interessante träume
(17.09.08 18:15:57) (ge): was? ist schon draußen?
(17.09.08 18:16:24) k: yip
(17.09.08 18:16:29) (ge): seit wann?
(17.09.08 18:16:42) k: k.a., habs sonntag gekauft
(17.09.08 18:16:57) (ge): warum hat thalia wien es noch nicht?
(17.09.08 18:17:01) (ge): seltsam.
(17.09.08 18:17:06) (ge): i'll find out.
___

AW: Bestätigung Ihrer Bestellung 1018388622
Thu, 18 Sep 2008 00:51:02 -0700 (PDT)

Sehr geehrter Herr !

Folgende Titel haben wir noch für Sie offen: Goetz: Klage. Dieser Titel soll im Laufe des Oktobers 2008 erscheinen, daher bis Mitte November in den Österreichischen Buchhandlungen eintreffen.
Dath: Ende der Gleichungen soll noch im Laufe des Septembers erscheinen und daher bis Mitte Oktober in den Österreichischen Buchhandlungen eintreffen.
Dath: Abschaffung der Arten: Für diesen Titel haben wir bereits ein Aviso. Er soll heute noch bis spätestens 17h eintreffen.

Wir verständigen Sie, sobald Ware für Sie angekommen ist.
Mit freundlichen Grüßen

___

und warum ist kracht in der bestellung nicht aufgeführt?
i'll find out.

Donnerstag, September 04, 2008

"wenn ich gross bin", stand auf einer postkarte, "werde ich schweigen" (II)

die gedankliche provokation durch koeppens oder algrens verstummen
- genauer: nicht-schreiben
liegt doch darin, daß einer großartige, wesentliche und herrausragende bücher schreiben kann und anschließend etwas anderes tun (zum beispiel: spazierengehen oder karten spielen). das es kein scheitern (am werk), kein verhindert werden (durch den literaturbetrieb), kein leid (krabkheit) und keine blockade (schreibblockade) sein kann, warum einer nicht schreibt

>warum hat rainald goetz seit sieben jahren nichts geschrieben?<

Mittwoch, September 03, 2008

"wenn ich gross bin", stand auf einer postkarte, "werde ich schweigen"

"i wasn't wild with delight in the writing - but certainly not unhappy" schreibt algren im letter to joe haas (der in der critical edition des man with the golden arm abgedruckt ist).

es ist nur eine konstruktion, daß eigentlich ein schriftsteller schriebe, daß es sein wesen sei, zu schreiben, und das, wenn er nicht schriebe, es einen gesellschaftlichen oder biographischen grund geben müsse, der ihn hindere

>einer, der nicht schreibt<

und mehr noch bei einem schriftsteller, der ein oder mehrere großartige, wesentliche und herrausragende bücher geschrieben hat, der also erst recht ein "wahrer" schriftsteller ist, siehe koeppen, siehe algren

Freitag, August 29, 2008

ich kaufte die FAZ von gestern und heute (Fortsetzung 2)

heute ist die dritte Fortsetzung, und damit das erste kapitel kracht's "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten" in der FAZ erschienen. dieser roman, schrieb tobias rüther zur ankündigung, verhalte sich widerspenstig zu seiner zeit. das buch stelle den realitätssinn auf die probe
- zeit kann hier nur gemeint sein: GMT+1.
- zeit meint hier explizit: zeit der shortlist des deutschen buchpreises.
das erste kapitel noch einmal lesend, denke ich an sorrokin.

"in einer Kunstsprache, gesprenkelt mit Zitaten."
"so rätselhaft, wie er sich liest"
"Das Buch stellt den Realitätssinn auf die Probe"
denke ich: sorrokin. denke an "lojd" und "bro" und an den "tag des oppritschniks". und denke, daß beim erscheinen des letzteren mir nur interviews vor die augen kamen, in denen sorrokin zur politischen situation in russland befragt wurde, anstatt über sein ästhetisches selbstverständnis

- ... daß also der deutschsprachige literaturberieb ästhetische formen ständig entweder ins historische verweist (eta hoffmann : romantik) oder kulturalisiert (südamerikanischer phantastischer realismus)

und zugleich denke ich, zugleich wird dieser gedanke konterkariert
- welcher?
- sorrokins text als ästhetische form zu begreifen
blätternd in der zeitung, der FAZ, merkels rede vor dem lettischen parlament, medwedejews rede, und was das für den text von kracht bedeutet


(wie war das noch mit dem kopf und wo steckte der?)

Mittwoch, August 27, 2008

ich kaufte die FAZ von gestern und heute (Fortsetzung 1)

die FAZ von gestern und von heute gekauft
- und die trafikantin wollte auch geld für die ausgabe von gestern von gestern
, um den anfang des neuen christian-kracht-romans zu lesen
- und wolltest angemessenerweise schreiben:
> ich kaufte die FAZ von gestern und heute <
- oder gleich doch: die FAZ von gestern und heute kauft
- folgerichtigerweise

und ständig dachte ich auch dabei an bernhard: die FAZ sei die einzige zeitung, die man in österreich überhaupt lesen könne, etwas, was man nur von hier aus, vom österreichischen aussichtsplatz verstehen könnte
- im standard heute: "Im GROSSTEIL aller europäischen Länder muss für das Studium bezahlt werden: 11 VON 27 Staaten heben Studiengebühren ein" (Mittwoch, 27. August 2008, Seite 5)
- sagt das was über das demokratieverständnis?
- die drucken aber auch, wie alle zeitungen hier, repräsentative umfragen mit 500 befragten

ob sich ein blog auf die form des fortsetzungsroman beziehen ließe?
- die es nur noch im sprichwörtlichen gibt
kracht's "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten" ist als solcher jedenfalls nicht geschrieben, er erscheint nur als solcher. folgerichtigerweise sollte man die EA erwarten

Mittwoch, August 20, 2008

Under an Anonymous Moon

in algrens erstaunlichem essay "city on the make"
- gibt es den eigentlich auf deutsch?
tauchen sätze aus dem haupttext als kapitelüberschriften wieder auf. der text biegt sich zurück, nimmt sich an anderer stelle wieder auf, fährt aus, faltet sich aus. keine
linearität: beschrieben wird etwas geschichtetes: chicago

was ist ein link? die suchmaschine linkt nichts, sie vergleicht zeichenfolgen, aber ein link verweist auf eine inhaltliche dimension, die verbunden wird.

Donnerstag, August 14, 2008

Hier spricht Janik

angefangen, 'räuberhände' zu lesen.
- wie es dazu kam: die website von finn-ole heinrich, dann kritiken gegoogelt, sehr konträre kommentare zu kritik auf der website der zeit
- und was hat das womit zu tun

verblüfft vom personalen erzählen. von diesem durchaus literarischen beschreiben, zwar aus einer denke oder sprache heraus und der verschriftlichung eines subkulturellen codes
- verblüffend gut?
was mich überrascht: das also jemand weiterhin meint, daß die wirklichkeit so zu erfassen wäre
das man ohne auf dem stand der literarischen technik zu schreiben
- lies ersma fertich

Freitag, August 01, 2008

Multiperspektivismus

ich wollte cornelia funke lesen, ich habe cornelia funke gelesen. tintenherz.

man weiß nicht so richtig, was man dazu sagen soll. das ist schon irgendwie gut. gesamteindruck: etwas überengagiert, etwas langatmig, etwas well made, etwas maniriert.

sie schreibt also LITERATUR für kinder und jugendliche, sie meint das ernst, vor allem die LITERARIZITÄT
- die figurenrede, den wechselnden personalen erzähler, die intertextuelle und selbst-bezüglichkeit
- der hase felix effekt: das produktdesign muß den eltern gefallen, die kaufen die sachen

ich mag/ich mag nicht: mir sind leute unsympathisch die kinderbücher als LITERATUR lesen. und nr. 5 lebt. und das meerschweinchen oskar ist nicht für uns geschrieben
- und was ist jetzt mit dem verbotenen genuss: egoshooter spielen, fernseh gucken, fantasy romane lesen?
- nur nicht unter dem deckmantel der kunst
- 'was die deutschen lasen, während die klassiker schrieben'

Sonntag, Juli 27, 2008

kleine kulturgeschichte des konfliktes

auf dem nachttisch fand sich goetz zehnjahrealtes netztagebuch
- ist viel älter seine jahre, es verdankt den grad seines vergangenseins nicht eigentlich der zeit
- danke, weiter
wemzudank gibt es txt-dateien und die suchfunktion. vor dem einschlafen hatte ich

Mittwoch, 10.6.98, Berlin.
841. Morgens fiel mir ein, warum die Streit-Szene von gestern nicht gelingt: ich kann keine Konflikte darstellen, weil ich kein soziales Leben führe. Aber das heißt ja, daß ich dann überhaupt keine Stücke schreiben kann?

gelesen, und gedacht: man müsste eine kulturgeschichte des konflikt-begriffes schreiben
- πόλεμος πάντων μὲν πατήρ ἐστι.
- es reicht
, spezifischer: eine kleine geschichte des konfliktbegriffes und der dramentheorie
- noch genauer: des konfliktbegrifes und der schauspieltheorie.
, also wie der begriff von konstantin sergeevič methodisiert und naturalisiert wurde
- du zitierst aber rum
zur grundlage wurde, um anton cechovs dramen spielbar zu machen. siehe theaterroman von bulgakov
- es reicht
sprich: wenn zwei könige aufeinander einschalgen in irgendeinem historienstueck, brauche ich keinen konflikt analysieren. aber wenn ein schriftsteller und ein hausmädchen tee trinken, dann muß ich annehmen, allem liege ein konflikt zu grunde, um der szene überhaupt einen dramatischen wert
- hier beist es sich in den schwanz
- es wäre ja auch noch zu schreiben, diese kulturgeschichte
- dein akku ist alle

Montag, Juli 21, 2008

Jedenfalls Milliarden

4,567 milliarden : als alter eines gesteines viel, als geldsumme in der zeitung eher nicht so viel
- ja und?
seltsam, daß es mehr geld gibt als die erde an jahren alt ist
- seltsam, daß wir uns auch von großen zahlen bewertungen machen können, wie: sehr alt, nicht soviel

Samstag, Juli 05, 2008

DeParting

warum ist es so schwierig mir
- wenn du damit unzufrieden bist, ändere es. hör auf mit diesem
mir ist schwierig

wir stehen im buchladen, und kaufen bücher
- ein buch
die autorennamen flirren vorbei, und die verlage, letztere als umschlag größe einband

erinnerung und vorstellen: es gab doch ach ja und gibt es nicht

was will ich weiß ich, wenn ich es in der hand halte

beim essen bin ich wenig heikel. sucht kenne ich, das ist es nicht

ich saß mit w., einem musiker, im café, daß wir nach wenigen minuten verließen, weil ihn der raumklang störte. es war ihm peinlich.

so ein gefühl. die meisten bücher, die mir geschenkt werden und die ich nicht ablehnen kann, lese ich nicht.

als wäre der kauf der erste moment der aneignung.

feinstofflich. vorsichtig.
immerhin geht es direkt in die nervenbahnen.

Freitag, Juli 04, 2008

Drei Bücher

drei bücher unter anderem gelesen. beziehe zwei der bücher auf einen gedanken aus dem dritten.


dath ("maschinenwinter") analysiert die behauptung, "eigentlich sei es in den künsten schon immer nur ums explizitmachen der interferenzmittel gegangen - "die sprache spricht" ... im dichter et cetera gegangen ...
das schien mir stets in tollpatschiger weise den unterschied zwischen büchern, die tatsächlich von sprache handeln, und solchen, in denen es um quasare, walfische, allegorien der kapitalistischen gesellschaft oder die wetterhexe rumpumpel geht, zu vernachlässigen."

"alles was wir geben mussten" von kazuo ishiguro gelesen vor einigen wochen; lese gerade "bro" von sorrokin.
die beiden bücher haben ähnlichkeiten: sie nehmen den ton realistischer romane auf (wie broch im ersten teil der schlafwandler), um von irrealen dystopischen zukünftigen dingen ("alles was wir geben mussten") oder historisch phantastisch albernen dingen ("bro") zu erzählen; beide bücher nehmen einen ton auf,
- call it ironisch
- schwarzer humor
um zwischen autor (den es auf der ebene der fiktion nicht gibt) und ich-erzähler zu differerieren, und aus dieser differenz mich als lesenden zu einer haltung
- jaja
im prinzip klar.
- durchschaubar
"alles was wir geben mussten" langweilt zwischendurch, durch die vorhersehbarkeit des verfahrens vielleicht, vielleicht auch einfach nur, weil ishiguro nicht schreiben kann wie austen
- aber broch wie fontane
- und sorrokin
- wie cechov und dostojewski und puschkin
- und wie sorrokin

stimmen


man könnte daths gegenargumentation so weiterführen (seine argumentation ist sehr klar und sehr fein und verweist auf das unanschauliche zum beispiel der zeitgenössischen physik) :

bücher unterscheiden sich auch in dem, um was es geht (oder auch: welche geschichte erzählt wird). aber gerade, weil alles, was nicht sprache ist, in büchern durch sprache hergestellt wird
- die sprache spricht, was soll denn sonst bitteschön sprechen?
ist die sprache das material, und
- so, und jetzt kommt die sache mit den goldenen plugs
- steckern
- die goldenen stecker der stereoanlage und der goldene ring am finger: beide sind aus dem selben material, aber verarbeitet sollten beide gut sein
- gute bücher sind gut

wetterhexe rumpumpel: angefangen cornelia funke zu lesen. ich meine es ernst.

Montag, Juni 30, 2008

Fake

in heiner mueller nachlass wurde ein testament gefunden, saemtliche seiner texte betreffend.diese seien mitnichten als literarische werke zu begreifen, eher als chimaere zwischen werbetexten und dada: geschrieben um mit westgeldern seinen zigarren- und alkoholkonsum zu finanzieren, allein auf aufmerksamkeit und damit erfolg gerichtet. da solche taetigkeiten, wie die, welche er ausgeuebt habe, eine begegnung mit literatur nicht ausschliessen konnten, und er der kunstform, die ihm sein im verhaeltnis angenehmes leben ermoeglicht habe, nicht nachhaltig schaden wolle, sei es ihm als angebracht erschienen, seine taeuschung rechtzeitig persoenlich aufzuklaeren. datiert am tag seines todes, 30. dezember.
- ein scherz
- das ist die frage
- an den texten aenderte das nichts
- es ginge ihnen wie den gesaenge des ossians, du weisst schon, werther
- schon mal versucht, ein exemplar zu kaufen?
- das wir die ergebnisse eines lyric-automaten nicht als dichtung, und wenn dann den programmierer als schoepfer der gedichte
- das ist doch ganz einfach
- aber der beobachter ist doch bloss ein konstrukt, nennen wir ihn kuenstler
- siehe, die berge hat auch niemand geschaffen, und dennoch nennen wir sie schoen
- aber wir nennen sie nicht kunstwerke
- ich haette ja schon fast lust, kuenstler zu werden, einfach nur um ein lebendes beispiel dafuer zu werden, dass man keine art besonderer subjektivitaet dafuer braucht, um in kunst zu machen

"weil x. keine lust hat, ueber seine gefuehle zu reden, verlaesst er die kunst schweigend"
- von wem war das nochmal und wo?

Samstag, Juni 28, 2008

Notiz für Später

ich schreibe jetzt also schon lange diese kleinen zettel, die ich in wohnungen zurücklasse; notizen in heftchen, die ich eine zeitlang mit mir herumtrage; bekritzelte unterlagen, die
- da fragt man sich doch, warum
- da fragt man sich doch, wozu
ich sage: einfach nur für mich. ich sage: für dich
- sagst du nicht. aber wer sollte sie sonst lesen, wenn du sie hinter meinen spiegel klemmst?
- komm zur sache, junge

die sache ist die, daß das hier nicht etwas anderes ist. und der sms speicher füllt sich und die hefte bleiben länger leer. die montage begann nicht mit dem film, sondern spätestens bei homer. die struktur des romans oder des gemäldes verweist nicht nur auf die kunst oder eine bestimmte historische situation, sondern auf strukturelle möglichkeiten der wahrnehmung
- bist du jetzt wieder bei goetz?
- oder bei becker, jürgen und der struktur die 'die folgenden seiten' aus der technischen bedingung gewinnt (jeden tag eine seite), oder bei banksy und den 12 minuten, die es braucht
- streetart begann also auch schon bei den neandertalern?
- siehe wall and piece

schlafwandlerischer samstag, glücklich folgt eins aufs andere